Projekt AllRad – Kurzbericht zur Umfrage mit Ergebnissen aus Mainz

 

Das Projekt AllRad der Uni Mainz mit den Pilotstädten Mainz, Münster und München möchte durch eine verbesserte Radwegeunterhaltung die Qualität der Radinfrastruktur verbessern und somit mehr potenzielle Nutzer vom Verkehrsmittel Fahrrad überzeugen.

 

Radfahren Gruppe Illustration
Radfahren Gruppe Illustration © ADFC | april agentur

Dafür werden Maßnahmen für die betriebliche Unterhaltung gemeinsam mit den Pilotstädten Mainz, München und Münster erarbeitet und anschließend erprobt. Grundlage der zu erstellenden Maßnahmenkonzeption bilden die im Projekt durchzuführenden Interviews und Befragungen der zuständigen Betriebshöfe sowie einer Umfrage in den genannten Pilotstädten. Die öffentliche Umfrage, welche über Webseiten, soziale Medien, Netzwerke und Pressemitteilungen verbreitet wurde, erfolgte im Zeitraum 22.11.2020 bis 31.12.2020, d.h. vor zwei Jahren. Im Folgenden soll ein Überblick über die Ergebnisse der Umfrage gegeben werden.

Überwiegend Radfahrer aus Mainz, München und Münster unter den Teilnehmern

Durch die breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit in den Pilotstädten konnten über 1.000 Teilnehmer für die Umfrage gewonnen werden. Da die Umfrage über die Kommunikationskanäle der Pilotstädte verbreitet wurde, sind auch überwiegend deren Einwohner erreicht worden. Unter Einbeziehung des Umlandes der Städte leben 44 % der Befragten in Münster, 37 % in Mainz, 12 % in München und 7 % in anderen Regionen. Mit der Anzahl der Befragten lassen sich für jede Pilotstadt zuverlässige Aussagen treffen. Die Mehrheit der Befragten fährt regelmäßig Rad und legt dabei im Durchschnitt mehr als 8 km pro Tag zurück. Damit verfügen die Befragten über eine Erfahrungsgrundlage für die Bewertung der Radinfrastruktur.

Schlechter Zustand der Radverkehrsanlagen hält vor der Fahrradnutzung ab – verbesserte Radwegeunterhaltung kann Abhilfe schaffen

43 % der Befragten möchten häufiger das Fahrrad nutzen, werden aber aus verschiedenen Gründen davon abgehalten. Infrastrukturelle Probleme wie etwa die Wegeverbindungen, Qualität oder Anzahl an Radverkehrsanlagen (RVA) werden dabei am häufigsten genannt. Das schlägt sich unter anderem auf das Sicherheitsempfinden nieder. 81 % der Befragten erfahren im Radverkehr regelmäßig Gefährdung durch abbiegende Fahrzeuge und 68 % durch Überholmanöver anderer Verkehrsteilnehmer. Neben den infrastrukturellen Problemen gilt gerade ein schlechter Zustand der RVA für die Radnutzung als hinderlich. Eine optimierte Radwegeunterhaltung, die das Projekt anstrebt, kann diesen Zustand verbessern und damit ein großes Hindernis der Fahrradnutzung abbauen.

Straßenschäden und Unebenheiten sind wichtigste Komponenten der Radwegeunterhaltung

Im Hinblick darauf, wie der Zustand der RVA verbessert werden kann, sollten besonders Straßenschäden und Unebenheiten die bspw. durch Wurzelhebungen, ausgebessert werden. Zusätzlich ergab die Befragung, dass neben der Beseitigung von Verunreinigungen wie etwa Scherben, Laub, Schnee und Müll, die Priorisierung der Unterhaltung wichtig ist. Der Wunsch nach einer Meldeplattform (39 %), auf der unkompliziert und gezielt auf Missstände hingewiesen werden kann, wird durch erhöhten Informationsbedarf ergänzt. 56 % der Befragten würden nämlich gerne mehr Informationen über die Radinfrastruktur erhalten.

Antworten aus den drei Städte ergeben ähnliches Bild

Die Antworten aus den verschiedenen Städten zeigen überwiegend identische Trends auf. Größere Unterschiede zwischen den Pilotgemeinden ergeben sich jedoch im Bereich der Verkehrsmodalität, der durchschnittlich per Rad gefahrenen Strecken sowie der Beurteilung der Qualität der RVA.

Eine verbesserte Radwegeunterhaltung kann die Fahrradnutzung steigern

Die Erhebung hat ergeben, dass eine verbesserte Radwegeunterhaltung zu einer höheren Fahrradnutzung führen und damit einen wichtigen Beitrag bei der angestrebten Verkehrswende leisten kann. Zudem konnten Handlungsfelder und Schwerpunkte für eine verbesserte Radwegeunterhaltung identifiziert werden. Diese werden gemeinsam mit den Befragungen der zuständigen Betriebshöfen als Grundlage für die anstehende Maßnahmenkonzeption genutzt. Mit den Pilotgemeinden und weiteren Projektbeteiligten sollen nun geeignete Maßnahmen erarbeitet und anschließend erprobt werden.

Weitere Informationen sind auf den Projektseiten zu finden.

 

https://mainz-bingen.adfc.de/neuigkeit/projekt-allrad-kurzbericht-zur-umfrage-mit-ergebnissen-aus-mainz

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 190.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.

    Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen. Lesen Sie in unserem Grundsatzprogramm mehr über die Ziele und Forderungen des ADFC – und werden Sie Mitglied in der weltweit größten Zweiradgemeinschaft.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrenden ein.

    Für Sie hat die ADFC-Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können, egal wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Radwelt Informationen zu allem, was Sie als Rad fahrenden Menschen politisch, technisch und im Alltag bewegt. Nutzen Sie als ADFC-Mitglied außerdem vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied? Hier gelangen Sie zum Anmeldeformular.

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein verkehrssicheres Fahrrad auszustatten ist, legt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) fest. Sie schreibt u. a. zwei voneinander unabhängige Bremsen vor, damit ein Fahrrad sicher zum Stehen kommt. Ebenso vorgeschrieben ist eine helltönende Klingel. Auch zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale mit je zwei nach vorne und nach hinten wirkenden gelben Rückstrahlern sind Pflicht.

    Am wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen die Beleuchtung. Ein rotes Rücklicht und ein weißer Frontscheinwerfer sind vorgeschrieben. Die Beleuchtung kann batteriebetrieben sein und muss tagsüber nicht mitgeführt werden. Sie muss aber dann einsatzbereit sein, wenn die Sichtverhältnisse Licht erforderlich machen. Für den Straßenverkehr zugelassen ist Beleuchtung nur mit dem Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamts (eine Wellenlinie, Großbuchstabe K und fünfstellige Zahl). Damit Radfahrenden auch seitlich gesehen werden, sind Reflektoren in den Speichen oder Reflexstreifen an Reifen oder Felge vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO vorgeschrieben sind.

  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.

    Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

    Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Und was ist ein Radweg?

    Die Infrastruktur für das Fahrrad nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher mit dem Auto befahren werden. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubten Parken schützen.

    Ein Radweg ist durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet und muss in dem Fall von den Radfahrenden genutzt werden. Eine Benutzungspflicht darf aber nur angeordnet werden, wenn es die Verkehrssicherheit erforderlich macht. Behindern Blätter, Schnee oder andere Hindernisse Radfahrende auf Radwegen, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen. Mehr zur Infrastruktur für den Radverkehr erfahren Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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  • Wo bekomme ich Radkarten?

    Mit fast 3 Mio. verkauften Exemplaren gehören die ADFC-Radtourenkarten weltweit zu den Bestsellern unter den Fahrradkarten. Sie haben einen praktischen Maßstab (1:150.000) und sind mit Hilfe von versierten ADFC-Scouts entstanden, die die Bedürfnisse von Radreisenden verstehen und die Strecken buchstäblich erfahren haben. Die 27 ADFC-Radtourenkarten für Deutschland haben wir durch besonders spannende und beliebte Radregionen wie den Gardasee oder Mallorca ergänzt. Außerdem finden Sie eine Vielzahl von ADFC-Regionalkarten (Maßstab 1:75.000) im Buchhandel, in vielen ADFC-Infoläden und direkt beim Bielefelder Verlag BVA (Tel.: 0521/59 55 40, E-Mail: bestellung@bva-bielefeld.de) oder bequem auf www.fahrrad-buecher-karten.de.

  • Wo finde ich vom ADFC empfohlene Musterkaufverträge für Fahrräder?

    Ganz gleich, für welches Fahrrad Sie sich entscheiden: Ein schriftlicher Kaufvertrag kann vor dem Hintergrund eventueller Reklamationsansprüche oder sonstiger Gewährleistungsfragen hilfreich sein. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich für ein Gebrauchtrad entscheiden sollten. Deshalb haben wir hier eine Vorlage für einen Musterkaufvertrag für Gebrauchträder zusammengestellt, die Ihnen helfen kann, böse Überraschungen zu vermeiden.

    Zum Musterkaufvertrag des ADFC für Gebrauchträder kommen Sie, wenn Sie unten auf "Weiterlesen" drücken.

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